Tete-a-Tete mit Mr. Guhonda

Zu seiner Familie gehören Gishishamwotsi, der zweite Silberrücken, der eitel für uns posiert. Isheja Big Ben hat eine Glatze, viele junge Tiere. Aber Mr. Guhonda, der Silberrücken einer 13-köpfigen Familie ist mit seinen zwei Metern der größte Silberrücken der Welt. Wir sind nur Gäste in seiner Welt, was er uns durch beeindruckende Scheinangriffe überdeutlich spüren lässt.


Alles beginnt mit einem Geruch. Bevor man sie hört oder gar sieht, hat man ihren strengen, wilden Geruch in der Nase. Oder beginnt es mit einem Traum? Einmal im Leben Gorillas in ihrem Lebensraum sehen, auf den Spuren Diane Fosseys, die den tiefen Ruandas ihr Leben unseren Verwandten gewidmet hat. Und hier getötet wurde. Wir sind im Bergnebelwald des Volcanoes National Parks in Ruanda. Felder und Dörfer ragen bis an die Flanken der Vulkane heran, denn die Erde ist hier fruchtbar.


Unser Abenteuer beginnt am Morgen um 7.00 Uhr am Nationalparkzentrum. Nur langsam gibt der Morgennebel den Blick auf die Vulkankegel frei. Die erfahrenen Ranger begutachten die aufgeregten Touristen und teilen ein: Wer der Susa-Gruppe sehen möchte, hat einen weiten, anstrengenden Weg vor sich. Die Amahoro-Gruppe findet man auf bequemeren Wegen. Joschka Fischer war auch schon da. Wir werden der Sabyinyo-Familie zugeteilt und lernen unsere Ranger kennen und Porter, die unsere Rucksäcke tragen, denn der Marsch durch Matsch und dichte Vegetation ist anstrengend. Und niemand kann uns genau sagen, wann und wo wir „unsere“ Gorilla-Familie finden werden. Wir bekommen Anweisungen: Sieben Meter Abstand sollen wir einhalten. Wie wir später erfahren, halten sich die Gorillas nicht unbedingt daran.

Wir stapfen entlang von Feldern und wandern dann immer weiter bergauf durch Bambus-Haine, die Männer schlagen uns den Weg mit ihren Macheten frei. Dann bekommen wir ein Zeichen. Es wird ernst. Schnell die Kamera raus. Der ganze Körper ist gespannt. Alle Sinne arbeiten auf Hochtouren. Wir starren in den Wald und sehen doch nichts. Oder doch? Ja, da sind sie! Die Kleinen schwingen sich um einen Baum herum, das Baby reitet auf dem Rücken der Mutter, …


Sie spielen und kämpfen, sie dösen, kuscheln und fressen genüsslich. Mr. Guhonda, der mächtige Silberrücken ist der älteste und größte Silberrücken – auf der Erde. Er ist zwei Meter groß und soll 220 Kilo wiegen. Und er greift an. Wir ducken uns ängstlich, die Ranger lachen: Sie kennen das schon, es ist ein Scheinangriff, um klar zu machen, wer der Chef im Busch ist. Und dann schreitet er ganz nah an uns vorbei, fast könnten wir ihn berühren. Aber es gilt: Anfassen verboten.


Nur einmal am Tag dürfen sich maximal acht Menschen der Gorilla-Familie nähern, eine Stunde lang. Es ist eine intensive Stunde, die im Rückblick Aufregung, Eindrücke und Glück für ein halbes Leben bereithält. Als wüsste auch Mr. Guhonda, dass unsere Stunde zu Ende geht, gibt er uns noch einmal eine filmreife Gorilla-Vorstellung: ein Trommeln auf der Brust und ein Scheinangriff, dann zieht die Familie weiter und es ist erstaunlich, wie schnell wir sie im Dickicht nicht mehr sehen. Ebenso überraschend: Der Rückweg ist weit weniger beschwerlich. Noch pumpt das Adrenalin durch unsere Körper, noch ist die Begegnung mit den Gorillas ganz frisch. Am Abend in der Lodge, geduscht und mit einem kühlen Drink versehen, kommt uns das Erlebnis ganz unwirklich vor. Aber zum Glück: Die Fotos unserer Kameras lügen nicht. Wir waren wirklich Gäste in der Welt von Mr. Guhonda.


Nur zwei kleine Gebiete zählen zum Lebensraum der Berggorillas: Sie leben in 2.200 – 4.000 Metern Höhe im Bwindi-Nationalpark in Uganda und an den Hängen der Virunga-Vulkane im Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo, Ruandas und Ugandas. Hier leben laut letzter Zählung rund 880 Berggorillas, in Zoos werden sie nicht gehalten.


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