50 Years of Victory - "Volle Atomkraft voraus"

Atomkraft, nein danke? Nicht auf der 50 Years of Victory! Wenn der russische Eisbrecher aufgetankt wird, dann bekommt er frisches Uranium. Alle sieben Jahre. Das eisige Wasser der Arktis umspült den heißen Kern, es entsteht Dampf, und letztlich ist es dieser Dampf, der den Koloss antreibt. 14 Knoten schnell, 30 Kilometer die Stunde. Ein klassisches Once in a Lifetime-Abenteuer!

Jan Bryde arbeitet seit … Jahren als Expeditionsleiter auf der 50 Years of Victory. Bei seiner ersten Kreuzfahrt nach Westafrika hat es ihn erwischt, seitdem ist er regelmäßig auf allen sieben Meeren unterwegs, jedes Jahr mindestens vier Wochen in der Arktis auf seinem Lieblingsschiff. Zehn Monate im Jahr muss die 50 Years of Victory „richtig“ arbeiten – dann sorgt sie dafür, dass Versorgungsschiffe die vereisten russischen Häfen erreichen können. Ende Juni wird es aufgehübscht: „Dann kommen Vorhänge ans Fenster, werden Bilder aufgehängt und die Offiziere räumen ihre Kabinen und ziehen zur Mannschaft in den Schiffsbauch. Wo normalerweise die Offiziere speisen, hat ein Österreicher die Küche übernommen, der Hotelmanager kommt aus Deutschland. Wo sonst der Chefingenieur schläft, wohnen nun die Gäste aus der ganzen Welt.“ Und Jan Bryde sorgt dafür, dass sie sich auch kennen lernen, die Gäste und die eigentlichen Bewohner der Kabinen, denn am nördlichen Ende der Welt herrscht die sehr herzliche russische Freundlichkeit.

„Wie ein Messer durch Butter, so leicht schneidet der Eisbrecher durch den Eispanzer, der den Pol bedeckt. Bei 82 Grad Nord gibt es nur noch Eis – bis Kanada! Nicht nur unsere Gäste stehen fasziniert an der Reling, auch ich kann davon nicht genug bekommen.“ Zumal es immer wieder etwas zu sehen gibt – vor allem Eisbären, die allein oder in Begleitung ihrer Jungen im endlosen Weiß unterwegs sind und sich vom lauten Krachen des splitternden Eises nicht stören lassen. Auf dem Weg von Murmansk nach Norden lassen sich auch Vögel beobachten, manchmal begleiten Wale das Schiff. Ein besonderes Highlight zum Start der Reise ist der Ausflug in den Schiffsbauch. „Häufig sind Physiker und Universitätsprofessoren an Bord. Die sind ganz begeistert von unserer Atomtechnik. Und sind sich einig: Wenn auch Kraftwerke an Land so gut gewartet wären wie auf dem Schiff, gäbe es weniger Probleme mit der Technologie.“

Am äußersten Norden ist es auch nachts taghell, 3 Meter dick ist das Eis, für die 50 Years of Victory kein Hindernis. Sie ist das einzige Schiff weit und breit. Der Countdown läuft. Der geografische Nordpol ist erreicht. Egal, in welche Richtung man schaut – immer ist es Süden. Man sieht nur noch Eis, manchmal von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Der schönste Moment der Reise, auch für Jan Bryden:
„Ein emotionaler Moment, für uns Begleiter genauso wie für unsere Gäste. Alle bilden einen Kreis um den Pol. Der Kapitän spricht ein paar Worte. Und dann gehen wir schwimmen!“ Die Fährrinne des Schiffs wird zur nördlichsten Badeanstalt der Welt, mit einer kleinen Treppe, Handtücher liegen bereit. Rund ein Drittel der Gäste wagt das Bad im 3 Grad kalten Wasser. Wer hätte gedacht, dass Kälte so glücklich machen kann?! Aber der Tag am Pol hat weitere Höhepunkte.


„Mir ist es wichtig, die Endlosigkeit wirklich zu erfahren. Deshalb machen wir eine kleine Wanderung – Stiefel und Parka stellt das Schiff. Diese Stille und Einsamkeit findet man an keinem anderen Ort der Welt. Man spürt die Luft, das Licht, die Farben: das weiße Eis, der blaue Himmel. Ab und zu treffen wir auf Pressrücken, da hat sich das Eis wie tektonische Platten gestapelt. Denn so festgefroren alles scheint, so sehr bewegt es sich doch. Immer wieder bilden sich auch kleine Seen. Und wenn die Gäste zurückkommen, ist das Barbecue bereit.


„Dann sitzen wir draußen an einfachen Tischen, auf Holzbänken am Grill. Manchmal ist über uns nur blauer Himmel, manchmal haben wir ein wenig Nebel, aber das Wetter ändert sich hier oben zum Glück sehr schnell. Und es ist nicht so kalt wie man denkt: -2 bis +5 Grad sind die Regel. Und wem kalt ist… die nächste Flasche Wodka ist nie weit.“
Nach vielen Stunden am Nordpol nimmt die 50 Years of Victory wieder Fahrt auf. In Franz-Josef-Land geht es erneut an Land. In der „Stillen Bucht“ wird eine russische Arktisstation von 1914 mit viel Liebe wiederaufgebaut. Es ist immer schön zu sehen, wie viel sich von Jahr zu Jahr verändert. Und natürlich die Tiere: Walrosse, Eisbären, Grönlandwale und sehr viele Seevögel bevölkern Land und See, am besten zu beobachten vom Zodiac aus. Und wenn die Landschaft besonders schön ist, dann geht’s in den Hubschrauber, der stets an Bord bereitsteht.


Nach 12 Tagen ist die 50 Years of Victory zurück in Murmansk. Für die Gäste – ein Drittel aus dem deutschsprachigen Raum, ein Drittel spricht englisch, ein Drittel kommt aus Asien – heißt es „Zurück in die Zivilisation“. Für Jan Bryden heißt es: neue Gäste, neue Abenteuer am nördlichsten Ende der Welt. Und das hoffentlich noch viele Jahre.


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